Erzähl uns ein bisschen was über dich. Woher kommst du, was machst du so?
Gerne doch. Mein Name ist Christian (20) und ich komme aus Lünen, böse gesprochen der nördliche Wurmfortsatz Dortmunds. Meine Hobbies sind nicht Schwimmen, Reiten und Tagebuch schreiben. Nach dem Abitur im Juni 2009 wollte ich nicht direkt mit meinem Studium (Jura) anfangen, sondern meine letzte freie Zeit vor der Rente dazu nutzen, etwas komplett anderes zu machen und eine neue Sprache zu lernen.
Wie lange bist du schon in Madrid?
Ich bin jetzt seit Mitte August hier und mache mich (leider) am kommenden Sonntag auf den Weg zurück nach Deutschland, da im April mein Studium beginnt.
Warum hast du dich entschieden, Spanisch zu lernen? Und warum in Madrid?
Grundsätzlich habe ich ein riesiges Interesse an Sprachen. Auch, da ich mich mit Deutsch und Englisch recht limitiert fühlte und mich mit einer größtmöglichen Zahl an Menschen auf dieser Welt in ihrer Muttersprache unterhalten können möchte.
Und da die restlichen Weltsprachen entweder nicht meinem Geschmack entsprachen (ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass das Misslingen des Experiments “Französischkurs” auf dem Gymnasium auf den Unterricht und nicht, ich wiederhole: NICHT, auf mich zurückzuführen ist), zu schwer (Arabisch, Russisch) oder schlichtweg unmöglich zu lernen (Chinesisch) erschienen, bin ich mit Spanisch und seinen 400 Millionen Muttersprachlern wohl recht gut gefahren und habe es zu keinem Augenblick bereut.
Warum Madrid? Nun ja, meine Schwester war im Jahr 2006 ein halbes Jahr bei Babylon Idiomas in Barcelona und meine Eltern wollten noch mal eine andere spanische Stadt sehen.
Was gefällt dir an Babylon Idiomas?
Abgesehen von der Atmosphäre in der Schule sind insbesondere Lage selbiger und die Klassenstärke von maximal 8 Personen ein großer Pluspunkt. In Ausnahmefällen gibt es Donnerstags sogar eine kostenlose Stunde Einzelunterricht, wenn mal wieder Teile der Klasse, in den Nachwehen ausufernder Partytätigkeiten im Anschluss an den Happy Miércoles liegend, mehr oder weniger freiwillig zu Hause geblieben sind.
War es schwierig für dich, dich hier einzuleben?
Aufgrund der Aufgeschlossenheit der Spanier ist es mir nicht im Ansatz schwergefallen, mich hier in Madrid vom ersten Tag an wohl zu fühlen. Allerdings sei jedem das ständige Mitführen eines Taschenwörterbuchs empfohlen, liegt doch gerade den älteren Einwohnern Madrids die englische Sprache mal eher gar nicht. Das stellt allerdings verkaufstechnisch einen großen Vorteil für den Lidl zwei Straßen weiter dar, der glücklicherweise viele deutsche Waren anbietet und einem das unfreiwillige Testen der 254sten traditionell und von Hand hergestellten spanischen Wurstspezialität (deren verschiedene Ausführungen man im Zweifelsfalle an der Größe der Fettstücke und/oder der Rotfärbung unterscheiden kann) erspart. Und auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind einfach zu durchschauen, weswegen die anfängliche Orientierung nicht sonderlich schwerfallen sollte. Im Zweifelsfalle hilft immer die Gastfreundschaft der Spanier, die sie zuweilen auch nicht davor zurückschrecken lässt, dich kurzerhand minutenlang durch die Innenstadt Madrids zu schleifen, um dir die nächste Metrostation zu zeigen.
Was gefällt dir speziell an Madrid?
Das wahrscheinlich Tollste an Madrid ist für mich die wahnsinnig lebendige Musikszene, was sich insbesondere in den unzähligen Konzerten und den quasi obligatorischen Gitarrenduos in vielen traditionellen Bars widerspiegelt. Wer sich auch nur im Ansatz für Heavy Metal oder Rock interessiert, dem wird das Herz bei einem Besuch im Viertel Argüelles (Metro Argüelles) oder der wöchentlich stattfindenden Konzerte von sowohl namhaften, internationalen Bands als auch lokalen Gruppen, aufgehen.
Welche Tipps würdest du einem neuen Studenten bei Babylon geben?
Grundsätzlich würde ich jedem Folgendes ans Herz legen:
1. Zum einen ist es wichtig, die doppelte Zeit dessen zu buchen, was man für angemessen hält, da meine bald 26 Wochen hier in Madrid dann doch sehr schnell vergangen sind. “Tempus fugit” ist zwar weniger Spanisch denn Latein, bringt die Sache allerdings ganz gut auf den Punkt. Ist das aus verschiedensten Gründen nicht möglich, sollte wirklich jeder Tag und jedes Wochenende zur Gänze ausgenutzt werden, sowohl was Ausflüge außerhalb Madrids als auch die lokalen Sehenswürdigkeiten und „Geheimtipps” angeht.
2. Stichwort: „Ausflüge”. Wer sich mit dem Auto auf den Weg nach Spanien machen möchte, der sollte den Wagen auch nutzen, da er – bei allem praktischen Nutzen – sehr leicht zum Ziel von Hohn und Spott werden kann, steht der Wagen dann letzten Endes nur in einer teuren Garage rum.
3. Die Spanier sind nicht so unhöflich, wie die Grammatik bisweilen vermuten lässt.
4. Probiert in den Mittagspausen verschiedene Cafés aus, aber wartet nicht bis zur letzten Woche damit, zu Sol Mina zu gehen (siehe Karte am schwarzen Brett) – ihr würdet euch nur ärgern, wenn ihr die wahrscheinlich besten Bocadillos Madrids verpasst.
5. Der beste Irish Pub Madrids ist mit hoher Wahrscheinlichkeit jener am Plaza Mayor.
6. Tengan cuidado para no introducir el pie entre coche y andén.
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