Spanische Dialekte
Ein Dialekt bezeichnet eine Sprachvariation, die in einer bestimmten regionalen Gegend gesprochen wird. Auf der Iberischen Halbinsel gibt es unterschiedliche Dialekte des Spanischen. Sie sind jedoch nicht mit den unterschiedlichen Sprachen wie dem Kastilisch, Katalanisch, Baskisch und dem Galicisch zu verwechseln.
Die Existenz von Dialekten ist die natürliche Konsequenz der dynamischen Entwicklung einer Sprache. Das Spanische, also das Kastilisch hat so zum Beispiel charakteristische Eigenschaften bzw. Eigenarten aus den unterschiedlichen regionalen Gegenden angenommen, wo es gesprochen wird. Existente Dialekte wären z.B. das Kanarische (Kanaren) oder das Madridtische (Madrid). Auch in den spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas sind nationale und regionale Unterschiede zu beobachten. So spricht man unter anderem von einem porteño (Buenos Aires), einem chilenischen oder kolumbianischen Dialekt.
Dialekte unterscheiden sich hinsichtlich der Intonation, der Aussprache und den lokal benutzten Wörtern. Das Wort Kerze verändert sich hinsichtlich des Dialekts regional innerhalb Spaniens. Es heißt z.B. „vela“ in Nord- und Zentralspanien und „candela“ im Süden der spanischen Halbinsel. Was die Aussprache betrifft, wird z.B. das Word „Madrid“ von den Madridern als „Madrith“ (wie „th“, engl.), während in den zweisprachigen Regionen der Ostküste der Einfluss des Katalanischen zu spüren ist und Madrid als „Madrit“ ausgesprochen wird. Im Süden von Spanien jedoch, neigen die Menschen dazu die Konsonanten am Ende des Wortes zu „verschlucken“, so dass aus Madrid „Madri“ wird.
Einer der Hauptunterschiede bei den Dialekten Spaniens und den spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas ist der unterschiedliche Gebrauch der Pronomina. So wird innerhalb Spaniens das Pronomen für die 2. Person „tú“ gebraucht. Dagegen verwenden einige lateinamerikanische Länder, (Argentinien, Uruguay und Paraguay) das früher gebrauchte Pronomen „vos“. Dies führt zu einzigartigen Verbformen wie „¿entendés?“, für „verstehen sie?“, anstatt der gebräuchlichen Form im Spanischen „¿entiendes?“. Auch Vermischungen wie „¿vos te marchás ya?“, statt „¿tú te marchas ya?“ (Gehst du schon?) kommen dabei in der Sprachpraxis vor.
Auch bei der Pluralbildung können Unterschiede im Spanischen und im Lateinamerikanischen beobachtet werden. So gibt es in der spanischen Sprache zum einen das informale „vosotros“ und zum anderen das formale „ustedes“. Diese Unterscheidung ist dem „amerikanischen Spanisch“ nicht geläufig.
Das einzige Land in dem die Aussprache des „c“ (wie „th“ im engl.) vor „e“ und „i“ ausgesprochen wird, ist Spanien. In den anderen spanischsprachigen Ländern, einschließlich Spaniens Süden wird das „c“ als „s“ ausgesprochen. Bei dem Versuch „Cenicero“ mit beiden genannten Eigenarten auszusprechen ist der Unterschied zu bemerken.
Dialekte entwickeln sich auch ihrer sozialen Herkunft (unterschiedliche Erziehungsstile beispielsweise bei Andalusiern und Kastiliern) nach. Dialekte spiegeln die Vielfalt einer Sprache wieder und haben folglich allesamt gleichen Stellenwert. Wenn man z.B. in Buenos Aires die spanische Sprache studiert, lernt man die unzähligen Facetten und Besonderheiten dieser außergewöhnlichen Stadt kennen. |