Die unterschiedlichen Lernmethoden
In einer Kommunikations- und Informationsgesellschaft, wie sie heute besteht, erscheint es fast als Notwendigkeit eine oder mehrere Fremdsprachen zu erlernen. Aber welcher Weg bzw. welche Methode führen effektiv ans Ziel? Ganz einfach ist die Frage nicht zu beantworten. In den Unterrichtsräumen der Sprachschulen haben sich im Laufe der Jahre unterschiedliche Wege und Methoden zum Erlernen einer Fremdsprache entwickeln können.
In den 70-er und 80-er Jahren war es üblich eine zweite Fremdsprache beim Besuch des Gymnasiums zu erlernen, wobei der Schwerpunkt auf die abstrakte Kenntnisvermittlung der Sprache gelegt wurde. Am Ende war es dem Lernenden jedoch kaum möglich die „lebendige“ Sprache praktikabel anzuwenden.
Die Gründe hierfür sind offensichtlich. Es war wohl eine Konsequenz der „traditionellen“ Sprachlehre, die sehr grossen Wert auf die Vermittlung von grammatikalischen Sprachstrukturen legte. Infolgedessen wurden unzählige Sprachschüler mit Zeitformen und Vokabeln „gedrillt“. Doch wie man die erlernten Fähig- und Fertigkeiten letztendlich in der alltäglichen Sprachpraxis richtig anwendet wurde ihnen nicht vermittelt.
Auch die Integration von Schreib- und Lesefähigkeiten wurden dieser traditionellen Form untergegordnet, wobei die eigentliche Sprachkompetenz unterentwickelt blieb. Die Folgen waren, das trotz jahrelangen Lernens dem Studierenden es sehr schwer fiel, die erlangten Sprachfähigkeiten im Alltagsgeschehen (z.B. Film und Fernsehen) anzuwenden. Und wer kennt sie nicht, die „beklemmenden“ Gefühle, bei der Konversation mit einem Muttersprachler.
Eine Zeit lang später gab es eine radikale Änderung der Methoden, die auch in den Sprachschulen Einzug hielten. Sätze und Vokabeln wurden gelehrt, oder besser gesagt assimiliert, ohne genau die Bedeutung zu erkennen bzw. orthographische Sicherheit zu erlangen. Von dieser Notwendigkeit wurde weniger Gebrauch gemacht.
Die verbale Kommunikation wurde in den Mittelpunkt gestellt. Man war der Annahme, dass das Erlernen einer zweiten Sprache ähnlichen Lernmustern unterworfen sei, wie denen der Muttersprache. Die ist ein typisches Beispiel einer „audio-lingualen“ Methode und war zugleich eine Antwort auf die konservative „traditionelle Lehrmethode“. Sprechen und Hören wurden dabei besonders akzentuiert, auf das Schreiben wurde weniger Wert gelegt. Leider näherten sich die erlangten Sprachfähigkeiten nicht denen der Muttersprachler an, so dass das angestrebte Ziel, nämlich die unproblematische Verständigung in der erlernten Fremdsprache, kaum erreicht wurde.
Die dargestellte Argumentation zeigt, dass es nicht ganz einfach ist zu entscheiden, welche Methode oder Lehrweg ohne Umwege effektiv ans ans angestrebte Ziel führt.
s ist anzunehmen, dass eine Verbindung der „traditionellen“ und der „audio-lingualen“ Methode eine geeignete Form des Fremdsprachenerwerbs darstellt, wobei alle vier Fähigkeiten (Hören, Lesen, Sprechen, Schreiben) gleichwertig zu vermitteln sind. Den Grammatikteil hierbei praktisch und interessant darzustellen, bleibt wohl eine didaktische Herausforderung. Die Lernenden sollen eine Sprachkompetenz entwickeln, die es ihnen erlaubt, sich sich im fremdsprachliche Alltagsgeschehen zurecht zu finden. In anderen Worten: die Lehrmethode soll den Sprachschüler immer wieder von neuem herausfordern selber aktiv zu werden.
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